Windows 11 entrümpeln
Was du bei Autostart, vorinstallierten Apps, Werbung und Datensammlung sicher abschalten kannst, und was du besser in Ruhe lässt.
Warum entrümpeln?
Auf frisch installierten oder gekauften PCs läuft einiges mit, das du nie wolltest: Programme im Autostart, vorinstallierte Spiele und Apps, Werbevorschläge und Datensammlung. Das kostet Arbeitsspeicher, Prozessorzeit und manchmal Nerven. Du kannst das ohne Zusatzprogramm aufräumen, mit Einstellungen, die Windows selbst anbietet.
Stand Oktober 2026, für Windows 11 und 10. Bezeichnungen können je nach Version leicht abweichen. Alles auf eigene Verantwortung. Lege vorher einen Wiederherstellungspunkt an (siehe Erst absichern).
1. Autostart aufräumen
- Mit Strg + Umschalt + Esc den Task-Manager öffnen.
- Zum Reiter „Autostart-Apps“ wechseln (Windows 10: „Autostart“) und nach „Startauswirkung“ sortieren.
- Per Rechtsklick auf „Deaktivieren“, was du nicht gleich nach dem Hochfahren brauchst: Launcher, Chat-Programme, Updater von Programmen, die du selten öffnest.
Treiber, Sicherheitsprogramm und die Software deiner Maus oder Tastatur lässt du an.
2. Vorinstallierte Apps entfernen
- Einstellungen → Apps → Installierte Apps öffnen.
- Bei Apps, die du erkennst und nicht brauchst (zum Beispiel Solitaire Collection, Clipchamp, Nachrichten, Wetter), auf die drei Punkte klicken und „Deinstallieren“ wählen.
Entferne nur, was du kennst. Bei allem anderen, besonders bei Einträgen mit „Microsoft“, „Windows“ oder „Xbox“ im Namen, lass die Finger weg, wenn du nicht sicher bist. Später lässt sich fast alles aus dem Microsoft Store wieder installieren.
3. Werbung und Vorschläge abschalten
- Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Allgemein öffnen und die Werbe-ID („Apps dürfen mir Werbung anhand meiner Werbe-ID anzeigen“) ausschalten.
- Einstellungen → System → Benachrichtigungen → Zusätzliche Einstellungen öffnen und die Häkchen bei den Tipps, Vorschlägen und Willkommensmeldungen entfernen.
- Unter Einstellungen → Personalisierung → Start kannst du die Empfehlungen im Startmenü (Tipps, Verknüpfungen, neue Apps) abschalten.
4. Diagnosedaten einschränken
- Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Diagnose & Feedback öffnen.
- Die Option „Optionale Diagnosedaten senden“ ausschalten.
- Darunter kannst du die Anpassung von Erfahrungen und die Feedbackhäufigkeit abschalten.
Ganz abschalten lässt sich die Datensammlung bei Home und Pro nicht. Die erforderlichen Daten sendet Windows weiter. Nur die Enterprise- und Education-Versionen erlauben mehr. Mehr dazu: Telemetrie minimieren, Windows Recall deaktivieren, SysMain abschalten und Ruhezustand abschalten.
5. Was du besser nicht anfasst
- Windows Update dauerhaft abschalten. Du verpasst Sicherheitsupdates. Verschiebe sie lieber zeitlich.
- Den Virenschutz von Windows ausschalten, ohne dass ein anderer läuft.
- Dienste wahllos deaktivieren. Manche hängen voneinander ab. Wenn du einen Dienst nicht kennst, bleibt er an.
- Skripte aus Videos und Foren ausführen, deren Inhalt du nicht verstehst. Ein falscher Registry-Eintrag kann Windows unbrauchbar machen.
Wie du es rückgängig machst
- Autostart: Rechtsklick und „Aktivieren“
- Apps: im Microsoft Store erneut installieren
- Einstellungen: dieselben Schalter wieder einschalten
- Alles auf einmal: über den Wiederherstellungspunkt, den du am Anfang angelegt hast (Startmenü → „Wiederherstellungspunkt erstellen“ → „Systemwiederherstellung“)
Lieber mit Schaltern und Rückgängig?
Die Tweak App von Tyler Tweaks macht solche Änderungen mit Schaltern. Jeder Schritt ist erklärt, der alte Wert wird gesichert, und du kannst jeden Tweak einzeln zurücknehmen. In der kostenlosen Version sind alle System-Tweaks dabei, darunter Debloat und Privatsphäre.