Ratgeber

Windows 11 fürs Gaming einstellen

Neun Einstellungen, die du ohne Zusatzprogramm selbst machen kannst, und was jede einzelne bringt. Für Windows 11 und 10.

Worum es geht

Windows läuft auf jedem PC gleich vorkonfiguriert, auch auf deinem Gaming-Rechner. Ein paar Voreinstellungen kosten dort unnötig Leistung oder bremsen deinen Monitor aus. Die Schritte unten ändern nur Einstellungen, die Windows selbst anbietet. Du brauchst rund 20 Minuten und kannst jeden Schritt wieder zurücknehmen.

Stand Oktober 2026. Die Namen in den Menüs können je nach Windows-Version leicht abweichen. Alles auf eigene Verantwortung.

1. Erst absichern: Wiederherstellungspunkt anlegen

Bevor du etwas änderst, speicherst du den jetzigen Zustand. Das dauert eine Minute und gibt dir einen Weg zurück.

  1. Im Startmenü „Wiederherstellungspunkt erstellen“ eintippen und öffnen.
  2. Steht beim Laufwerk C: der Schutz auf „Aus“, markierst du es, klickst auf „Konfigurieren“, wählst „Computerschutz aktivieren“ und bestätigst.
  3. Auf „Erstellen“ klicken, einen Namen wie „vor Gaming-Einstellungen“ vergeben und bestätigen.

2. Spielmodus prüfen

Der Spielmodus sorgt dafür, dass Windows während eines Spiels keine Updates installiert und weniger im Hintergrund erledigt. Bei den meisten PCs ist er schon an, aber es kostet nur Sekunden, das zu prüfen.

  1. Einstellungen öffnen (Windows-Taste + I) und auf „Spielen“ gehen.
  2. Auf „Spielmodus“ klicken (je nach Version heißt der Eintrag „Spielemodus“) und den Schalter auf „Ein“ stellen.

3. Die Bildwiederholrate einstellen

Der häufigste Fehler: Ein 144-Hz-Monitor läuft nach der Installation oft nur mit 60 Hz. Dann zeigt er nur jedes zweite Bild an, egal wie stark dein PC ist.

  1. Einstellungen → System → Anzeige → Erweiterte Anzeige öffnen.
  2. Bei „Bildwiederholfrequenz auswählen“ den höchsten Wert wählen, den dein Monitor kann.
  3. Prüfe zusätzlich in den Grafikeinstellungen deines Spiels, ob dort dieselbe Rate steht.

Wird die höchste Rate nicht angeboten, liegt es oft am Kabel. DisplayPort oder ein HDMI-Kabel für hohe Raten helfen.

4. Den Energiesparplan wählen

Im Plan „Ausbalanciert“ taktet der Prozessor oft herunter, wenn er gerade wenig zu tun hat. Beim Spielen kann das zu kleinen Rucklern führen. Ein Leistungsplan hält ihn schneller bereit.

  1. Systemsteuerung → Hardware und Sound → Energieoptionen öffnen.
  2. „Höchstleistung“ auswählen. Fehlt er, klickst du auf „Zusätzliche Energiesparpläne anzeigen“.
  3. Für den Plan „Ultimative Leistung“ öffnest du die Eingabeaufforderung als Administrator und gibst ein: powercfg -duplicatescheme e9a42b02-d5df-448d-aa00-03f14749eb61. Danach wählst du ihn in den Energieoptionen aus. Taucht er nicht auf, bleibt es bei „Höchstleistung“.

Am Notebook steigen dadurch Verbrauch und Wärme. Im Akkubetrieb lohnt es sich meist nicht. Zurück geht es mit „Ausbalanciert“. Mehr zum Parken der Kerne: Kernparken abschalten (CPMINCORES).

5. Den Autostart ausmisten

Jedes Programm, das mit Windows startet, braucht Arbeitsspeicher und Prozessorzeit, auch wenn du es gar nicht benutzt. Das ist die Einstellung, die auf zugemüllten PCs am meisten bringt.

  1. Mit Strg + Umschalt + Esc den Task-Manager öffnen.
  2. Zum Reiter „Autostart-Apps“ wechseln (in Windows 10 „Autostart“) und nach „Startauswirkung“ sortieren.
  3. Bei Programmen, die du nicht gleich nach dem Hochfahren brauchst, per Rechtsklick auf „Deaktivieren“ gehen. Das trifft meist Launcher, Chat-Programme und Updater.

Lass Treiber, Sicherheitsprogramm und die Software deiner Maus oder Tastatur an. Rückgängig: Rechtsklick und „Aktivieren“.

6. Die Hintergrundaufnahme ausschalten

Die Xbox Game Bar kann im Hintergrund mitschneiden, damit du die letzten Minuten speichern kannst. Das kostet Leistung. Wenn du die Funktion nicht nutzt, brauchst du sie nicht. Die Einzelheiten stehen auf der Seite Game DVR und Game Bar abschalten.

  1. Einstellungen → Spielen → Aufnahmen öffnen (je nach Version „Erfassungen“).
  2. Die Option zum Aufzeichnen im Hintergrund ausschalten.

7. Den Grafiktreiber aktuell halten

Neue Spiele laufen mit neuen Treibern oft besser. Lade den Treiber direkt bei NVIDIA, AMD oder Intel herunter, nicht über Zusatzprogramme von Dritten. Hast du nach einem Update Probleme, installierst du ihn sauber neu. Beim NVIDIA-Installer wählst du dafür „Benutzerdefiniert“ und setzt das Häkchen bei der sauberen Installation.

8. Temporäre Dateien löschen

  1. Einstellungen → System → Speicher öffnen.
  2. Auf „Temporäre Dateien“ klicken, die Punkte markieren, die du loswerden willst, und auf „Dateien entfernen“ gehen.

Lass auf dem Laufwerk, auf dem Windows liegt, genug Platz frei. Eine fast volle Festplatte wird spürbar langsamer.

9. Die Zeigerbeschleunigung abschalten

Mit eingeschalteter Beschleunigung hängt die Zeigerbewegung davon ab, wie schnell du die Maus bewegst, nicht nur wie weit. Für präzises Zielen ist es besser, wenn dieselbe Handbewegung immer dieselbe Strecke ergibt. Mehr dazu: Mausbeschleunigung abschalten.

  1. Einstellungen → Bluetooth & Geräte → Maus → Zusätzliche Mauseinstellungen öffnen.
  2. Im Reiter „Zeigeroptionen“ das Häkchen bei „Zeigerbeschleunigung verbessern“ entfernen und mit „OK“ bestätigen.

Zum Testen: Hardwarebeschleunigte GPU-Planung

Unter Einstellungen → System → Anzeige → Grafik → Standardgrafikeinstellungen ändern findest du die „Hardwarebeschleunigte GPU-Planung“. Bei manchen PCs verbessert sie die Bildzeiten, bei anderen kostet sie Stabilität. Probiere es mit deinem Spiel aus und stell es zurück, wenn es schlechter wird. Alles dazu steht auf der Seite Hardwarebeschleunigte GPU-Planung (HwSchMode). Nach der Änderung ist ein Neustart nötig.

Wie viel bringt das wirklich?

Das hängt von deinem PC ab. Auf einem aufgeräumten Rechner merkst du wenig, auf einem zugemüllten deutlich mehr. Oft werden die Bilder gleichmäßiger (die sogenannten Frametimes), bevor die FPS-Zahl steigt. Wer dir eine feste FPS-Zahl verspricht, kennt deinen PC nicht. Miss deshalb vorher und nachher mit demselben Spiel und derselben Szene, zum Beispiel mit dem Overlay von MSI Afterburner oder mit CapFrameX, und ändere nicht alles auf einmal.

Lieber mit Schaltern und Rückgängig?

Die Tweak App von Tyler Tweaks bündelt Einstellungen wie diese: Jeder Tweak ist erklärt, wird vorher gesichert und lässt sich einzeln wieder zurücknehmen. Die Tweaks unter System, Debloat und Privatsphäre sind in der kostenlosen Version enthalten. CPU, GPU und Netzwerk gehören zur Lizenz.

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